ZUM NEUJAHR 2021

Am Ende des Beethovenjahres schaute ich noch mal genauer hin,

und fand diese Zeilen hinter den allbekannten.

In miesen Pandemiezeiten, wo Niedergeschlagenheit uns

hinter jeder grauen Ecke auflauert, sprechen sie mich hilfreich an.

Darum sollen sie meine Wünsche für die Wanderung

durch ein weiteres Jahr begleiten.

O  Freunde, nicht diese Töne!

Sondern laßt uns angenehmere anstimmen

Und freudenvollere.

Wem der grosse Wurf gelungen,

eines Freundes Freund zu sein,

Wer ein holdes Weib errungen,

Mische seinen Jubel ein –

– Ja, wer auch nur eine Seele

Sein nennt auf dem Erdenrund!

Schiller ermahnt die Freunde, sich nicht den Klagen hinzugeben. Zunächst ergeht sich die « Ode an die Freude », von Beethoven dann in seiner 9.Symphonie benutzt und in ganz Europa die Hymne der Brüderlichkeit geworden, im Überschwang , in den allbekannten Zeilen  » Freude, schöner Götterfunken… ».

Im nächsten Vers, den ich hier gewählt habe, allerdings nennt er Gründe zum Jubeln: einen Freund, einen Partner gewonnen und erhalten zu haben; « eine Seele » auf der weiten Welt sich nahe zu wissen.

« Seid umschlungen, Millionen » des ersten Verses, und  » Wer auch nur eine Seele sein nennt auf dem Erdenrund » gehören zusammen, sie weisen aufeinander hin.

Sie bedingen sich gegenseitig: erst darin entsteht Brüderlichkeit .

Weiser Friedrich Schiller! Weiser Beethoven!

Das letzte Jahr hat uns vielleicht diese Weisheit wieder näher gebracht.

Möge dies weitere Jahr nun , noch eines! – uns weiter in ihre Spur ziehen,

dies wünscht

Mascha Join-Lambert